Die Luft im Oberen Wynental riecht nach
Tabak. Seit dem Mord am Bankier Bannwart
in Zürich und dem Reinacher Postraub in der
Nacht vom 24. auf den 25. Januar 1952 meint
man darin auch Schiesspulver zu schmecken:
Das Kriminelle hält Einzug in der Schweiz
und das ganze Land schaut auf das Stumpendorf.
Aus diesem Grund ist Kurt Gautschi,
der Dorf-Coiffeur ganz zufrieden, als Rita, die
Tochter von Frohsinn-Wirt Hauri verkündet,
dass sie den Polizei-Aspiranten Hunziker
heiraten will. Immerhin wähnt man sich so
auf der sicheren Seite, wenn es zu weiteren
Schiessereien kommen sollte.
Als über Radio Beromünster die Fahndungsmeldung
mit der genauen Täterbeschreibung
verlesen wird, tauchen im Dorf jede Menge
Verdächtige auf. Die Zimmerwirtin Ida Haller
ist überzeugt, dass sie Wand an Wand
mit dem möglichen dritten Ganoven schläft.
Besonders gewieft, plant sie diesen an einem Tanzkurs zu entlarven. Doch die Zürcher
und die Auswärtigen tanzen nicht nach
dem reinach'schen Takt. Nachdem Ernst Deubelbeiss
und Kurt Schürmann als Posträuber
gefasst werden, bereitet sich Reinach auf die
Tatortbesichtigung des gesamten Zürcher
Gerichtsapparates und notabene Deubelbeiss
und Schürmann höchstpersönlich vor.
Auf einmal riecht die Luft nach Fleisch ... und
alles kommt ganz anders.
Mit literarischen, dramaturgischen, technischen
und musikalischen Mitteln schlagen
Adrian Meyer und Gunhild Hamer mit dem
Ensemble die Brücke zwischen Wahrheit und
Fiktion. Das Gesamtwerk gleicht eine Salve
aus einer Maschinenpistole und hinterlässt
entsprechend Spuren.
Autor: Adrian Meyer Regie: Gunhild Hamer Regieassistenz: Nadia Pfendsack Musik: Franziska Hänni Bühne und Ausstattung: Franziska Lang Kostüme: Silvia Berner Lichtkonzept: Andy Giger Technik: Adam Bielinski Bar und Restaurant: Marianne Gautschi Grafik: typefabric.ch Fotomaterial: Staatsarchiv des Kantons Aargau Produktionsleitung: Anita Zihlmann und Clo Bisaz |